Endlich wieder Kirche – aber wie?

Liebe Geschwister in Christus!

Wie es aussieht, dürfen wir ab Mitte Mai wieder gemeinsam Gottesdienst feiern. Allerdings wird das nicht so ablaufen wie gewohnt. Corona ist noch nicht verschwunden. Deshalb gilt es, die Schutzmaßnahmen umzusetzen, die wir aus dem öffentlichen Leben bereits kennen.

Statt einfach in die Kirche hineinzugehen, ist wie beim Einkaufen Geduld gefragt. Wenn mehrere Menschen auf einmal kommen, wird eine Schlange mit zwei Metern Abstand voneinander gebildet. Der Kirchhof bietet Platz genug dazu. Nach und nach kann einzeln die Kirche betreten werden. Langweilig muss es beim Warten nicht zugehen. Zwar sind Händeschütteln und Umarmen zu vermeiden. Aber ein Lächeln und ein „Hallo, wie geht’s?“ tun auch auf zwei Meter Abstand gut.

Bisher konnte man sich den Sitzplatz in der Kirche aussuchen. Aber bis Corona im Griff ist, nehmen Sie bitte nicht einfach Platz! Mit Aufklebern sind die möglichen Sitzplätze markiert. Der Kirchenvorstand hilft Ihnen, den passenden Platz zu finden. Menschen, die in einem Haushalt leben, dürfen weiter nebeneinander sitzen. Ansonsten gilt es, zwei Meter Abstand voneinander zu halten. Aus hygienischen Gründen verzichten wir auf unsere Bankpolster. Wer bequem sitzen möchte, kann sich ein eigenes Sitzkissen mitbringen.

Für gewöhnlich ist unsere Kirche nicht überfüllt. Allerdings ist um der Gesundheit willen die Teilnehmerzahl pro Gottesdienst begrenzt. Seien Sie nicht traurig, wenn Sie um 10 Uhr nicht mehr in die St. Johannes hineingelassen werden. Um 11 Uhr wird der Gottesdienst im Kirchgarten wiederholt, sofern es das Wetter zulässt. Bringen Sie sich einen Klappstuhl mit, um nicht stehen zu müssen! Denken Sie auch an warme Kleidung, Regen- oder Sonnenschutz, je nach Wetterlage.

Wie in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln wird wohl auch in der Kirche ein Mundschutz Pflicht sein. Also vergessen Sie Ihre Maske nicht, sonst dürfen Sie nicht eintreten! Vom Einkaufen werden Sie bestimmt schon daran gewöhnt sein. Klar ist, dass wir auch während des Gottesdienstes auf körperliche Nähe weiter verzichten müssen. Deshalb werden wir nicht gleich Abendmahl feiern und ausgiebig mitsingen. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn die nächsten Gottesdienste deutlich kürzer sind als gewohnt! Weniger bedeutsam werden sie dadurch nicht.

Die Kirche geordnet nacheinander zu verlassen, dürfte nicht schwierig sein. Der Kirchenvorstand wird anzeigen, wer wann dran ist. Allerdings liegt es an uns allen, den gebotenen Abstand einzuhalten. So schön es ist, seine Mitmenschen endlich wiederzusehen, bitte kommen Sie einander nicht zu nah! Auch über zwei Meter Abstand hin ist eine kurze Unterhaltung möglich. Doch wie beim Kirchencafé sich zusammenzufinden, darf noch nicht sein.

Wie unser Prälat Bernd Böttner in einem Rundschreiben an alle Gemeinden betont: „Es geht bei der Frage der Wiederaufnahme der Gottesdienste in den Kirchen nicht um die Verteidigung der Religionsfreiheit und auch nicht um eine Gleichstellung mit Baumärkten, sondern um die Frage, wie wir in unseren Kirchen verantwortlich Gottesdienst feiern und unsere Gottesdienste die Gesundheit von Menschen nicht gefährden oder ihnen gar den Tod bringen.“

Bereits der Prophet Jesaja kennt diese Herausforderung. Zum einen freut er sich auf den Neuanfang mit Gott, sprich die Rückkehr aus Babylon nach Jerusalem. Dafür will er die Menschen gewinnen. Zum andern weiß er, dass nicht alles wie vor dem Exil wird. Gott schafft Neues mit seinem Volk. Was war, wird nicht belanglos, ist aber neu zu gestalten. Genauso werden auch wir nicht einfach weitermachen wie vor Corona. Aber mit Jesaja bin ich überzeugt, dass der Herr neu mit uns beginnt.

In diesem Sinne freue ich mich, Ihnen bald wieder in St. Johannes und zu gegebener Zeit in Paul-Gerhardt zu begegnen. Wie das Gottesvolk zu Jesajas Zeiten bin ich noch unsicher, wie das werden wird. Aber mit Hilfe von oben finden wir langsam wieder zueinander, auch wenn noch genügend Abstand voneinander geboten ist. Bis bald, in christlicher Verbundenheit

Ihr Pfarrer Christian Pfeifer