Es geht wieder los An St. Johann – jedoch unter Auflagen!

Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es das in unserem Land noch nicht: Kirchen mussten über längere Zeit geschlossen bleiben. Corona hat uns zu einer Unterbrechung unseres Gemeindelebens gezwungen. Aber langsam kommt wieder Lebendigkeit in St. Johanneskirche und Gemeindehaus.

Unser Kirchenvorstand hat umfassende Schutzmaßnahmen erarbeitet, die bisher gut funktionieren. Vor allem gilt es Abstand voneinander zu halten. In der St. Johanneskirche sind mögliche Sitzplätze gekennzeichnet und werden vom Kirchenvorstand zugewiesen. Im Gemeindehaus hat eine begrenzte Anzahl von Stühlen ihren festen Platz, so dass auch hier zwei Meter Abstand voneinander sichergestellt sind. Nachteil ist, dass die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Sind alle ausgewiesenen Plätze belegt, kann niemand mehr dazukommen.

Beim Betreten und Verlassen der Gebäude ist ein Mund-Nase-Schutz zu tragen. Erst wenn der Platz erreicht ist, kann dieser abgenommen werden. In der St. Johanneskirche wie im Gemeindehaus müssen vor Betreten der Räume die Hände desinfiziert werden. Eine Plexiglasscheibe macht es für Kirchenvorstand bzw. Gruppenleitung sicherer, das Handgel auszugeben. Außerdem müssen sich alle Teilnehmenden mit Name, Adresse und Telefonnummer registrieren lassen. Bitte bringen Sie Zeit und Geduld mit! Linien auf dem Boden zeigen an, wie mit genügend Abstand gewartet werden kann.

Für den Gottesdienst macht es sogar Spaß, sich registrieren zu lassen. Nach einmaligem Ausfüllen eines Formulars bekommt man ein Kärtchen mit einem QR-Code. Dann muss man es nur noch an den Scanner halten und kann am Gottesdienst teilnehmen. Wer möchte, bekommt das QR-Kärtchen laminiert. So lässt es sich leicht im Portemonnaie transportieren. Sollten Sie Ihr Kärtchen vergessen oder verloren haben, gibt es einfach ein neues.

Eigentlich ist der Gottesdienst trotz Schutzmaßnahmen genauso feierlich und lebendig wie gewohnt. Sogar eine Trauung und eine Taufe wurden festlich durchgeführt. Einziger Wehrmutstropfen bleibt, dass noch nicht gemeinsam gesungen werden darf. Gott sei Dank haben wir besondere Organisten. Mit Unterstützung weiterer Solisten gestalten sie die Musik abwechslungsreich und ansprechend.

Trotz Abstand voneinander tut es unseren Gruppen gut, sich wieder treffen zu können. So schön es ist, miteinander zu telefonieren oder zu chatten, sich von Angesicht zu Angesicht zu begegnen hat eine andere Qualität. Noch darf nicht gegrillt oder gepicknickt werden. Aber bei schönem Wetter lässt sich im Kirchgarten auch mit Abstand gemütlich beisammensitzen. Draußen darf sogar unser Johanneschor wieder proben, wenn auch mit Extraabstand und weiteren Hygienemaßnahmen.

Ein Gutes hatte das Begegnungsverbot allerdings. Wir Pfarrer haben die digitalen Möglichkeiten der Verkündigung entdeckt. Dienstbesprechung und Konfirmandenunterricht lassen sich auch per Videokonferenz durchführen. Sogar Gottesdienste mit dem Handy zu drehen, macht viel Freude. Bei Youtube unter „Gemeinsam evangelisch in Fulda“ sind die Ergebnisse zu sehen. Auch der Vorstellungsgottesdienst, den unsere Konfirmanden erarbeitet haben, ist dort zu finden.

Außerdem ist unsere Johannesseite wieder auf neuestem Stand. Unter www.kirche-petersberg.de finden sich zeitnah Termine und Informationen. Angesichts von Corona muss oft kurzfristig entschieden, wann und wie Veranstaltungen stattfinden können. Es lohnt sich also, auf unserer Internetseite nachzuschauen.

So reizvoll digitale Kommunikation ist, für mich hat sich gezeigt, wie wichtig die persönliche Begegnung ist. Wie sehr hat es geschmerzt, Familie und Freunde, Gemeinde und Menschen nicht von Angesicht zu Angesicht zu treffen! Wie gut tut es, wieder persönlich zusammenzukommen und sich ausgiebig auszutauschen! Gott sei Dank ist die Verbundenheit nur äußerlich unterbrochen worden, jedoch nicht innerlich abgerissen.

Theologisch gesprochen ist unser Gott vom Wesen her Verbundenheit und Zuwendung, förderlicher Austausch und liebevolle Fürsorge. Nichts anderes wollen der Begriff Dreieinigkeit und die Menschwerdung Gottes ausdrücken. Deshalb sind Begegnung und Miteinander für uns Christen so wichtig. Wie schön, dass Zusammenkommen endlich wieder möglich ist. Die bestehenden Einschränkungen lassen sich verkraften. So freue ich mich darauf, Sie bald An St. Johann wiederzusehen. In christlicher Verbundenheit

Ihr Pfarrer Christian Pfeifer