Osterzeit

Liebe Schwestern und Brüder in Christus!

Nach Ostern wollten wir eigentlich Urlaub machen. Die Kinder haben Schulferien, und ich wollte mich von der Arbeit entspannen. Durch Corona müssen wir daheim bleiben, was gar nicht schlimm ist. Dank des schönen Wetters lässt es sich auf unserer Terrasse gut aushalten. Außerdem waren in diesem Jahr für mich die Feiertage erholsam genug. Statt wegzufahren würde ich lieber wieder meinen Mitmenschen begegnen und Gottesdienst feiern. Leider muss ich mich bis in den Mai noch gedulden. Aber in Büro, Haus und Garten gibt es genug zu räumen, so dass es nicht langweilig wird.

Den Jüngern Jesu ist es nach Ostern gar nicht so anders ergangen. Am Ende des Johannesevangeliums heißt es von Petrus und den anderen, dass sie wieder fischen gegangen sind. Lieber wären sie weiter mit Jesus durchs Land gezogen. Aber nach dessen Tod und Auferstehung haben sie ihre frühere Arbeit wieder aufgenommen. Leider hatten sie beim Fischen keinen Erfolg. Erst als Jesus ihnen unerkannter Weise hilft, machen sie einen riesigen Fang. Die Jünger erkennen Jesus, und er hält das Mahl mit ihnen.

Diese eigenartige Ostergeschichte am Ende des Johannesevangeliums macht deutlich, dass Jesus weiter bei uns ist. Auch wenn wir ihn nicht gleich erkennen, hilft er uns zurechtzukommen. Der reichhaltige Fischfang ist dabei übertragen zu verstehen. Es geht bei Jesus nicht um wirtschaftlichen Erfolg. Es geht darum, die Mitmenschen für das neue Leben mit Gott zu gewinnen. Im Lukasevangelium steht die Geschichte vom unglaublichen Fischfang deshalb am Anfang. Petrus folgt Jesus nach und wird zum Menschenfischer.

Bis wir wieder mit Jesus das Mahl feiern können, müssen wir noch Geduld haben. Aber im Kirchenvorstand überlegen wir bereits, welche Maßnahmen geboten sind, um unsere Kirchen wieder zu öffnen. Selbst für das Abendmahl werden wir eine geeignete Form finden. Schließlich ist der Herr auch in Zeiten von Corona bei uns. Selbst wenn wir einander nicht zu nahe kommen dürfen, nimmt er uns mit in das neue Leben von Gott.

Unser Osterurlaub verläuft zwar anders als geplant. Aber ich bin sicher, dass das auch etwas Gutes hat. Ein Stück ahne ich bereits, was der Herr mir wie Petrus damals zeigen möchte. Daheim mit der Familie zu sein, ist etwas Kostbares. Ich muss gar nicht wegfahren. Vielmehr darf ich mich darauf freuen, bald wieder meine Mitmenschen zu treffen und mit ihnen das neue Leben von Gott zu feiern. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiter eine frohe Osterzeit. Ich bete und hoffe, dass wir uns gesund und wohlbehütet wiedersehen. In christlicher Verbundenheit

Ihr Pfarrer Christian Pfeifer